Baulandausweisung und Auslastung sozialer Infrastruktur

Zu schnell zu viel = zu teuer

Die demografische Entwicklung lässt die Nachfrage nach Schulen und Kindertagesstätten tendenziell zurückgehen.

Und trotzdem passiert es immer noch an vielen Stellen: Baugebiete werden ausgewiesen - und plötzlich reichen die Kapazitäten der sozialen Infrastrukturen nicht mehr aus. Laut das Geschrei, teuer der Ausbau.

Gerade Einfamilienhausgebiete ziehen eine relativ homogene Käuferschicht an. Werden etwas größere Gebiete schnell realisiert, kommt es leicht zu einer teuren Nachfragespitze.

Viele Kinder in ähnlichem Alter, alle wollen gleichzeitig in Schulen und Kindergärten. Und in ein paar Jahre später sind sie alle fast gleichzeitig "weg".

Viele neue Wohnungen gleichzeitig - und die Kapazitätsplanung geht zu Boden

Werden zu viele Bauflächen gleichzeitig ausgewiesen, kann es leicht zu einer Nachfragespitze bei Schulen und Kindergärten kommen - und einem entsprechenden Ausbaubedarf.

Erweiterung oder Neubau sozialer Infrastrukturen wegen eines Baugebiets = ein Warnsignal

Bei der Ausweisung von Baugebieten oder der Überplanung von Bestandsgebieten sollten die Restkapazitäten der vorhandenen sozialen Infrastrukturen (Kindertagesstätten, Schulen) im Blick behalten werden.

Die demografische Entwicklung sorgt dafür, dass diese Restkapazitäten in den kommenden Jahren immer größer werden. Zu dumm, wenn man sie nicht nutzen kann, weil der Neubau weit weg von den entsprechenden Einrichtungen stattfindet.

Inzwischen gibt es nur noch wenige Regionen in Deutschland, in den man nicht als grobe Faustformel sagen kann: Wer aufgrund eines Neubaugebiets soziale Infrastrukturen ausbauen muss, hat vermutlich sein planerisches Gestaltungspotenzial nicht genutzt.

Achtung - Gefahr der Fehlplanung!

Da die Kinderzahlen im Gebäudebestand zurückgeht, lassen sich heutzutage Ausbauten sozialer Infrastrukturen meist durch geschickte Planung vermeiden.

Strategische Kapazitätsplanung

Daraus ergibt sich im Umkehrschluss ein großes Potenzial Folgekosten einzusparen.

Um dieses zu nutzen, erarbeiten wir gemeinsam mit unseren Auftraggebern eine strategische Kapazitätsplanung. Dazu

  • analysieren wir die bestehenden Restkapazitäten in den vorhandenen sozialen Infrastruktureinrichtungen,
  • prognostizieren deren Entwicklung aus der Bestandsnachfrage heraus und 
  • leiten so einen Korridor für Potenziale der Wohnungsbauentwicklung ohne großes Folgekostenrisiko ab.

Vorhandene Kapazitäten geschickt nutzen

Ziel einer strategischen Kapazitätsplanung ist es, den Neubaubedarf von Schulen und Kitas durch Baugebiete zu minimieren, um Geld zu sparen, für die pädagogisch begründeten Ausbaubedarfe.

Gemeinsam Kosten sparen ist ein guter Einstieg in interkommunale Abstimmungen

Interkommunale Zusammenarbeit ist schwierig.

Vor allem Abstimmungen bei der Baulandausweisungen scheitern häufig an widerstrebenden Interessen der jeweiligen politischen Entscheidungsgremien.

Eine strategische Kapazitätsplanung kann hierbei ein Anreiz sein, denn sie spart allen Beteiligten Kosten.

Benachbarte Kommunen koordinieren dabei ihre Baulandausweisungen so, dass keiner unnötige Ausbaukosten tragen muss - während nebenan noch Plätze frei gewesen wären.

Gemeinsam Sparpotenziale erschließen

Der eine muss ausbauen, obwohl der andere noch Platz gehabt hätte. Eine strategische Kapazitätsplanung ist ein gewinnbringendes Thema für interkommunale Kooperationen.